Husten, Schnupfen, Heiserkeit – im Moment scheint es kaum jemanden zu geben, der völlig verschont bleibt. In Familien, am Arbeitsplatz, im Freundeskreis: Irgendwer ist immer erkältet. Vielleicht kommt der Blasiussegen deshalb gerade jetzt vielen besonders nah.
Früher sagte man schmunzelnd: „Dann bekommt man wenigstens kein Halsweh.“ Und ja, die Hoffnung auf Gesundheit schwingt natürlich mit. Aber der Blasiussegen ist kein Zauberspruch und keine himmlische Garantie gegen Viren. Er ersetzt keinen Tee, keine Ruhe und keinen Arztbesuch. Und trotzdem ist er alles andere als wirkungslos.
Denn was hier geschieht, ist etwas zutiefst Menschliches – und zutiefst Christliches: Jemand nimmt sich Zeit. Jemand spricht mir zu, dass mein Leben schützenswert ist. Dass Gott mich im Blick hat, gerade da, wo ich mich schwach fühle. Mitten in einer Zeit, in der so vieles gleichzeitig drückt und fordert.
Die zwei gekreuzten Kerzen, das kurze Gebet, das Zeichen des Kreuzes – all das sagt leise: Du musst nicht übermäßig stark sein. Du darfst dich Gott anvertrauen. Nicht, weil dann alles gut wird, sondern weil du getragen bist.
Der heilige Blasius war Arzt und Seelsorger. Einer, der wusste, dass Heilung mehr ist als das Verschwinden von Symptomen. Vielleicht passt genau das in unsere Tage: Wir wünschen uns Gesundheit, ja. Aber wir brauchen auch Zuspruch, Nähe und ein Wort, das uns aufrichtet.
Der Blasiussegen ist kein magischer Schutzschild. Er ist ein ehrliches Angebot. Ein Moment zum Durchatmen. Eine Erinnerung daran, dass Gott uns nicht aus dem Leben herausholt – sondern uns im Leben begleitet.
Und manchmal ist genau das die beste Stärkung für Hals, Herz und Seele.
Ihnen und Euch allen ein gutes Wochenende und einen gesegneten Sonntag.
Pastor Stefan Dumont
Am Sonntag und den folgnden Tagen haben Sie Gelegenheit den Blasiussegen zu empfangen. Einzeln - oder allgemein. Schauen Sie dazu bitte in die Gottesdienstordnung des neuen Pfarrmagazins.
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