ein herzlicher Gruß zum Sonntag, und zwar ganz besonders allen Müttern, denn es ist "Muttertag". Kreative Väter und Kinder machen bestimmt was draus...
Desweiteren ein Ausblick auf die kommende Woche, in der wir das Fest Christi Himmelfahrt feiern. 40 Tage nach Ostern (so lange ist das schon her!) werden wir "aufwärts" schauen. Davon erzählt in der Bibel schon die Apostelgeschichte. Alle stehen da und schauen wie gebannt zum Himmel (Apg 1,10f.)
Das ist in der Regel auch nie verkehrt, denn "oben" glauben wir den Ort Gottes, von dort erwarten wir Zuspruch, Hilfe, Beistand, Sicherheit. Allerdings können wir dieses "oben" und den "Himmel" überhaupt nicht gedanklich umfassen. Das ist für uns Geschöpfe einfach eine Nummer zu groß...
Deshalb hat mir das Bild von der offenen Klappbrücke ganz gut gefallen, denn es bringt eine klare Ausrichtung "aufwärts" zum Ausdruck, aber es läßt der eigenen Vorstellungskraft genügend Raum, selbst zu bedenken, was ich dort oben erwarten mag.
Die Wirklichkeit spielt sich aber in der Ebene ab. Die Brücke ist nur Brücke, wenn sie "unten" und ebenerdig ihren Dienst tun kann. Da ist sie der Weg für die Fußgänger und Radfahrer, die sie nutzen und für die sie errichtet wurde. Auch da wartet die Apostelgeschichte mit einer entsprechenden Erzählung auf: Es heißt, das Engel den Leuten damals gesagt haben, sie mögen nicht nur nach oben schauen. Das Leben und die Gegenwart sind real und irdisch. Und dort gilt es, aus der Zuversicht zu leben, die das Osterfest mit sich bringt.
Kurz gesagt: christliche Menschen sind keine "Luftikusse", sondern Realisten, die aber jeden Tag neu aus der Hoffnung und mit Gottes Hilfe zu leben versuchen. Und dazu braucht es eben auch den Blick auf den Boden, damit man sieht, wo man hintritt. "Bodenständigkeit" ist nicht ohne Grund eine der Haltungen, die uns Menschen gut anstehen.
Und dennoch gilt die Botschaft vom Himmelfahrtstag, die uns sagt: Kopf hoch!
Gerade weil wir mit beiden Füßen fest im Matsch dieser Welt und ihrer Geschichten stecken. Wir spüren das Tag für Tag neu.
• Im Sumpf des Unfriedens und des Krieges, der uns geradezu bedrohlich umgibt und einfach nicht aufhören will...
• Im Umfeld der globalen Verantwortung für die Bedrohung der Zukunft und der weltweiten Gerechtigkeit durch die Klimakrise.
• In der größten Krise der Kirche seit hunderten von Jahren, die sie innerlich an den Rand der eigenen Existenz bringt. Deshalb schaut sie umso mehr voller Hoffnung aufwärts und betet in diesen Tagen um das Kommen des Heiligen Geistes, damit der uns allen echte und gute Wege zu einer Erneuerung in der Gegenwart zeigt. Sie möge zusammenführen, was getrennt ist und erneuern, was der Reform bedarf.
Übrigens: Heute genau vor einem Jahr ist Papst Leo XIV. gewählt worden. Eher still und unaufgeregt ist sein erstes Jahr gewesen, und doch findet er zur richtigen Zeit orientierende Worte, die nicht nur für katholische Christen wegweisend sein können. Da kann sogar der amerianische Präsident nicht dran vorbei...
Also: bleiben wir mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehen und schauen dennoch nach oben, denn das ist die Richtung Gottes. Verbinden wir damit gerne Hoffnung und Zuversicht und erwarten wir zugleich Einsicht und Hilfe durch Gottes guten Geist, dessen Kommen wir dann 10 Tage später feiern - an Pfingsten.
Bis dahin Ihnen und Euch gesegnete Sonn- und Feiertage!
Pastor Stefan Dumont
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