Wenn alles so gekommen wäre, wie es hätte kommen können, wäre der heutige Freitag sicher der Tag gewesen, an dem man in Koblenz über das Ende unseres Bopparder Krankenhauses bestimmt hätte.
Manchmal aber kommt es doch ganz anders, buchstäblich in letzter MInute. Gestern Nachmittag kam die Nachricht, dass die für heute einberufene Gesellschafterversammlung des sogenannten "Gemeinschafts"-Klinikums ausgesetzt ist. Vertagt auf Anfang Februar. Warum und weshalb weiß ich nicht. Aber da tut sich auf einmal wieder ein Zeitfenster auf, durch das die Vernunft nochmal Gelegenheit bekommt, in die Köpfe und Herzen der Verantwortlichen zu wehen.
MIt Interesse und großem Respekt habe ich heute morgen den Artikel in der Rhein-Zeitung gelesen, in dem beschrieben wird, wie die Belegschaft des Hauses für ihre Einrichtung kämpft. Allen voran Dr. Riepe und Frau Friedrich für die Mitarbeitervertretung.
Schon ein paar Mal war die Luft raus bei den Verhandlern am grünen Tisch. Die kommunale Familie (was für ein Wortspiel!) ist zerstritten. Ganz bestimmt hat jeder und jede darin auch gute Gründe, den eigenen Standpunkt in der Sache zu vertreten. Dabei bleibt es offensichtlich aber. Mehr kommt nicht mehr...
Die "Macher" von den Stationen im Krankenhaus haben bis heute aber nicht aufgegeben. Gott sei Dank, kann man da nur sagen, denn nur so lange jemand die Fahne der Hoffnung hochhält, nur so lange kann auch was draus werden. Gut, das die Öffentlichkeit heute auch dieses Signal bekommt: Wo die Rechner sagen, dass nichts mehr geht, da sagen die Praktiker, dass es geht. Man muss es nur von allen Seiten her wollen...
Vielleicht kann der Fisch oben auf dem Bild sowas wie ein Symbol für die Situation sein. Er wird es immer wieder probieren, den Wasserfall rauf zu springen, um in sein Laichgewässer zu kommen. Da kann der Gegenstrom noch so stark sein: Er springt immer wieder, bis er's geschafft hat.
Ich wünsche dem Team im Krankenhaus weiterhin diesen bewundernswerten inneren Antrieb, nicht aufzugeben. Sie wissen, dass es richtig ist, für das Krankenhaus am Mittelrhein einzustehen, und sie glauben, dass es möglich sein kann, es in die Zukunft zu führen. Weiß Gott, vielleicht sind die 2 Wochen Aufschub nochmal eine Gelegenheit, die Kräfte zu sammeln und objektiv die Möglichkeiten abzuwägen - im Sinne und für die Menschen hier. Dafür stell' ich eine Kerze auf und hoffe...
Ihnen und Euch einen hoffnungsfrohen Sonntag!
Pastor Stefan Dumont |