nein, es ist kein Bild aus dem Internet, das ich Ihnen als Titel dieses Newsletters aufmache. Es sieht wirklich hier so aus in diesen Wochen im Juni im Kloster Senanque in der Provence. Der Lavendel blüht - und die Atmosphäre ist wirklich so, wie man sie von vielen ähnlichen Bildern auf Omas Kalendern oder aus der Apothekenumschau kennt.
Ich wollte das immer mal live sehen. Diese Woche ist es mir gelungen.
Das nun ausser mir jetzt auch "gefühlt" 500 andere Leute hier waren, um dieses Bild zu fotografieren, das sei der Ehrlichkeit halber nicht verschwiegen. Weil das Lavendelfeld vor der romanischen Abteikirche aber gut abgesperrt ist, kann jeder "sein" Bild machen, ohne dass unzählige Amerikaner und Japaner, Deutsche und Holländer zu Hauf im Lavendelfeld herumstapfen und das weltbekannte Motiv stören.
Es ist hier wie an einem guten Sonntagnachmittag in Maria Laach. Jede Menge Autos und Busse laden Kohorten von Besuchern aus, die dann "das Feld erobern" und den Klosterladen stürmen, um irgendwas zu kaufen, das mit Kloster und Lavendel zu tun hat. Es scheint eine Faszination zu geben für "das Besondere", das solche Orte auszeichnet. Die EInsamkeit des Ortes, die Einfachheit des Lebens, die Klarheit in der inneren Ausrichtung der Mönche aus dem Orden der Zisterzienser. Vielleicht ist es auch eine Achtung vor den Klosterleuten, die dem Konsum entsagen und auf viele "simple Eintagsfliegen" verzichten, die uns "Menschen in der Welt" etwas bedeuten. Stattdessen läuft hier seit Jahrhunderten ein Lebensrythmus der Beständigkeit, der Einfachheit und der Zufriedenheit. Alles zusammen - Architektur, Natur und Lebensform - macht den Reiz solcher klösterlichen Orte aus. Und wenn's im Umfeld des Urlaubs solche Orte zu entdecken gibt, dann machen wir Weltenbürger uns gerne auf und besuchen sie - die Orte, die einfach anders sind. Faszinierend und distanzierend zugleich.
Ab kommender Woche fahren die meisten Leute bei uns in den Sommerurlaub. Dann sind Schulferien und man macht sich auf den Weg - weg und irgendwohin, wo der Alltag außen vor bleibt. Wenn Sie auch dazu gehören, dann sei es Ihnen gegönnt. Es tut gut, einfach mal ein paar Tage "das Geschäft" zu Hause lassen zu können.
Vielleicht führt Ihr oder Euer Weg im Urlaub ja auch an einen besonderen Ort, der so "anders" ist und faszinierend. Das würde mich sehr interessieren, welche Orte das sind. Wenn Sie mögen, schreiben Sie uns im Pfarrbüro doch einfach eine Mail mit einem Gruß aus einem Ort, der so anders ist als alles, was wir gewöhnlich um uns rum haben. Das kann eine Kirche sein, ein Klsoter - aber es muss nicht. Vielleicht entdecken Sie einen ganz anderen Ort, der für Sie etwas bedeutet. Ein kurzer Gruß, ein Handy-Bild und eine Angabe zum Ort, wo Sie sind. Vielleicht läßt sich da nach den Ferien eine schöne Story für das Pfarrmagazin draus machen. Ich bin gespannt...
Mein Urlaub ist am Sonntag zu Ende, und ich freue mich, wieder zu Hause zu sein - so schön es in Frankreich auch ist.
Wir sehen uns! Herzliche Grüße,
Ihr/Euer Pastor Stefan Dumont |