Am Donnerstag (27.08.) die heilige Monika. Am Tag darauf (28.08.) feiert die Kirche den Gedenktag ihres Sohnes Augustinus. Seit einer seiner Ordensangehörigen Papst ist, sind die Augustiner vermehrt in den Blick der kirchlichen Öffentlichkeit gekommen.
Ich möchte aber heute mal den Blick näher auf seine Mutter werfen, auf Monika von Tagaste. Sie war eine Frau, die keine großen Reden hielt, keine Bücher schrieb oder Ämter bekleidete. Und doch hat sie Geschichte geschrieben – durch ihre Geduld, ihre Treue und ihr Gebet. Ihrem Ehemann verzieh sie damals (4. Jahrhundert) die Untreue, ihre reizbare Schwiegermutter schaffte sie zu beruhigen und ihren Kindern gegenüber war sie geduldig und in tiefer Liebe verbunden.
Die Mutter des später heiligen Augustinus sah ihren Sohn viele Jahre lang einen Weg gehen, mit dem sie ganz und gar nicht froh war – ein Leben in der Suche nach dem Besten, mit reichlich vielen Verirrungen und zahlreichen Umwegen. Sie hätte verzweifeln und ihn aufgeben können - aber sie hielt aus. Sie blieb ihm trotz allem in Liebe verbunden und vertraute darauf, dass Gott größer ist als jede Entfernung, die zwischen Mutter und Sohn entstehen kann.
Erst nach vielen Jahren konnte sie aufatmen: Augustinus fand tatsächlich schließlich seinen Weg zum Glauben, den sie erhofft hatte – und wurde einer der größten Denker und Kirchenväter. Ohne Monikas Geduld, ohne ihr stilles Hoffen, ohne ihre Gebete, gäbe es diesen Augustinus vielleicht nicht. In der christlichen Kunst wird Monika oft mit einem Krug als Attribut dargestellt. Er soll die Tränen versinnbildlichen, die sie weinte, bis ihr Sohn sich zum Christentum bekehrte, was ihr sehr wichtig war.
Wir leben heute in einer Zeit, die immer schnelle Ergebnisse verlangt. Wir wollen Lösungen auf Knopfdruck, Veränderungen sofort, Antworten gleich. Geduld erscheint uns fast wie ein veralteter Wert. Von Monika können wir lernen: Wahre Veränderung braucht Zeit. Beziehungen brauchen Treue. Hoffnung braucht Geduld - und Gebet. Vielleicht kennen wir alle Situationen, in denen wir warten müssen: auf eine Entscheidung, die sich verzögert; auf Heilung, die nicht sofort geschieht; auf Menschen, die ihren eigenen Weg noch suchen.
Die Erinnerung an Monika von Tagaste animiert uns, sie in Sachen Geduld zum Vorbild zu nehmen. Gerade heute. Deshalb habe ich das Bild oben ausgewählt. Mutter und Sohn auf dem Foto leben in unserer Zeit. Und die Geschichte von Monika und Augustinus spielt sich heute in so vielen Familien unter anderen Vorzeichen immer wieder neu ab. Mutter Monika steht dafür, dass Aufgeben nicht die einzige Antwort ist und Aushalten ein Zeichen großer Liebe sein kann. Für sie war Geduld eine Form des Glaubens und sie spürte, dass stille Treue eine starke Kraft entfalten kann.
Was auch immer uns gerade beschäftigt... Versuchen wir doch einfach, uns kommende Woche in einer wichtigen Sache mal mehr in Geduld zu üben: mit uns selbst, mit anderen, und mit Gott. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das gar nicht so einfach ist - mit der Geduld.
Ihnen und Euch einen gesegneten Sonntag! Pastor Stefan Dumont Die oben stehenden Gedanken habe ich z.T einem Text von Monika Beil entnommen. |