der Sonntag nach Pfingsten hat bei uns in der Kirche einen besonderen Namen: Es ist der Dreifaltigkeits-Sonntag. Bei den Geschwistern der evangelischen Tradition heißt er gleichermaßen, aber auf lateinisch: Trinitatis-Sonntag. Nach der Feier in der Abfolge des Kirchenjahres, also nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten stellt der Dreifaltigkeitssonntag sozusagen eine theologische Zusammenschau des Ganzen dar, die uns alle - Laien wie Fachleute - an die Grenzen unserer Sprachfähigkeit bringt. Gott zu erklären ist einfach nicht möglich. Ihn zu beschreiben ist nur aus seiner biblischen Selbstauskunft heraus möglich, und aus der Art und Weise, wie Menschen ihn erfahren und kennengelernt haben: Als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Es geht um den einen Gott, den wir in drei Personen kennenlernen durften und der dennoch eins ist.
Das Titel-Foto oben erhebt nicht den Anspruch, ein Dreifaltigkeitsbild zu sein, aber es kommt ihm insofern nahe, als dass es zeigt, wie unterschiedlich ausgeprägt doch der eine Gott in der Welt verkündet - und somit erfahrbar wird.
Das Bild entstand am vergangenen Sonntag nach der Verabschiedung von Kaplan Jaya Thulimelli. Irgendwie hatten Menschen, die hinter uns gingen, das Gefühl einen einmaligen Schnappschuss zu machen. Die drei auf dem Bild sind auf ihre je eigene Art "Geschichtenerzähler" von Gott und seiner Liebe zur Welt. Der eine als Pastor, der andere als Kaplan mit einem biographischen Erfahrungshintergrund aus der Weltkirche, der Dritte ist ein gelehriger Azubi, der gerade lernt, sein umfangreiches Wissen mit der realen Wirklichkeit einer Pfarrgemeinde zu verbinden, um dort auch glaubwürdig von Gott zu sprechen.
Alle drei reden vom selben Gott. Und doch schimmert immer eine andere Facette von Gott durch, wenn sie von ihm reden. Was die Drei predigen und erzählen, ergänzt sich letztenendes zum bunten Bild des einen lebendigen Gottes, der uns gut will.
Vielleicht ist das ein ganz konkretes Bild im Versuch, die Lehre von der Dreifaltigkeit ein bißchen zu erden, um sie greifbarer zu machen. Es kommt halt immer auf die Perspektive an, aus der ich auf Gott schaue und aus der heraus ich von Gott spreche.
Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Drei sind eins.
Wo die mathematische Logik aufhört, fängt unser Herz an zu denken und zu handeln. Das ist der Punkt, der uns christlich denkende Menschen von den rein rationalen Menschen unterscheidet...
Darum geht es übrigens auch im neuen Pfarrei-Magazin, das Sie jetzt schon online einsehen können, und das SIe ab dem Wochenende auch in den Kirchen und zu Hause haben können. "Helfende Hände" sind das Thema. Nicht aus Berechnung, sondern weil Gottes Geist sie zum Helfen befähigt und drängt. Ganz unterschiedliche Geschichten kommen da vor, und doch handeln alle aus einer Motivation heraus...
Gute Lektüre dabei
wünscht Ihnen und Euch
Pastor Stefan Dumont |