ich grüße Sie herzlich zum Wochenende, das neben dem Bopparder Weinfest und dem Tag der deutschen Einheit noch ein ganz großes Fest im Bereich der Kirche mitbringt - aber nicht nur für die KIrche, sondern eigentlich für alle Menschen guten Willens...
Vor 800 Jahren, in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1226, starb Franz von Assisi. Bis heute fasziniert er Menschen – auch viele, die mit Kirche und Glauben wenig anfangen können. Vielleicht liegt das daran, dass Franz einen Blick auf die Welt hatte, nach dem sich viele heute neu sehnen. Sein eigenes Leben war keineswegs romantisch. Es war radikal, oft hart und von Krankheit gezeichnet. Aber mitten in all dem entdeckte Franz etwas Kostbares: Die Welt ist nicht einfach etwas, das uns gehört. Für ihn waren Sonne, Wasser, Erde und Tiere nicht bloß Dinge. Er nannte sie Bruder und Schwester.
Darin steckt mehr als schöne Poesie. Es ist eine Haltung: Ich bin nicht Herr über die Schöpfung. Ich bin Teil von ihr.
Gerade heute berührt mich dieser Gedanke. Unsere Welt ist technisch so hoch entwickelt – und zugleich wächst die Sorge um Klima, Natur, Frieden und die Zukunft unserer Erde. Und wir merken ja ganz deutlich: Wir können nicht grenzenlos über alles verfügen.
Franziskus lehrt uns, wieder zu staunen. Dankbar zu werden. Behutsamer zu leben.
Wir müssen sein Leben nicht nachahmen. Aber wir können seinen Blick lernen:
Die Welt gehört uns nicht.
Wir gehören zu ihr.
Und wir alle gehören Gott.
Vielleicht beginnt die Bewahrung der Schöpfung genau dort.
Ihnen und Euch allen festliche Tage und einen gesegneten Sonntag!
Pastor Stefan Dumont