Volles Haus


Manche kannten das Buch und waren interessiert, den Autor kennenzulernen. Viele sind durch die Werbung im Pfarrei-Magazin und im Newsletter neugierig geworden und haben am Abend des Josefstages (19. März) sowohl den Autor, als auch sein Buch erstmals kennengelernt.
Dass beides ein Gewinn ist, darüber waren sich am Ende alle einig. Tobias Haberl spricht und schreibt normale Sprache. Wer ihm vor 5 Jahren vorausgesagt hätte, dass er an diesem Abend zum gefühlten 130. Mal mit seinem Bestseller "Unter Heiden" einen Saal füllt, um von seinem Glauben und seiner Freude am Christsein zu erzählen - und wie dies in einer verrückten säkularen Zeit mit einem normalen, und noch nicht mal entbehrungsreichen Leben vereinbar ist, dem hätte er nicht geglaubt. Aber so ist es gekommen.
3 Abschnitte hat er vorgelesen und ist dann mit den aufmerksamen Zuhörern in den Dialog getreten. Alles, was er beschrieben hat, war eigentlich niemandem neu. Das Hereinwachsen in Glauben und Kirche, die Regelmäßigkeit und das Tun dessen, was einfach nur "üblich" war in den Tagen der eigenen Kindheit, das Grundvertrauen ins Leben, das man von Eltern und Großeltern übernimmt - all das ist uns Stütze und Geländer fürs eigene Leben. Da können wir mitreden. Das kennen wir auch. Bei manchen seiner Schilderungen nickten so viele Köpfe der Anwesenden zustimmend und bestätigend. "Ja, so hab ich das auch erlebt", dachten sich viele dabei.
Aber dennoch fällt es heute so schwer, dem Glauben im Leben unserer Zeit den Raum zu geben, uns innerlich weiter Stütze und Halt zu sein. Die - aus mehr oder weniger berechtigten Gründen - wachsende Distanz zur Kirche als Institution, oder der Drang zur Freiheit bis zum letzten Moment, der oftmals verhindert, dass wir uns irgendwo festlegen - all das macht es heute schwerer, dem eigenen Glauben im Leben eine Form und Gestalt zu geben.
Haberl erzählte, dass er in seinem liberalen Münchner Umfeld schon ein Exot ist, wenn er sagt, dass er in die Messe geht am Sonntagabend. Und doch ist er immer froh, wenn die Kirchentüre aufgestoßen, und er "da" ist und den Zuspruch aus Bibel und Feier als stärkendes Geschenk annehmen darf.
Im Anschluss an den Lese- und Gesprächsabend hat er noch lange seine Bücher signiert, die nun ganz sicher eine noch aufmerksamere Leserschaft finden. Wenn man ihn mal live gehört hat, bekommen die geschriebenen Worte beim Lesen auch einen unverwechselbaren Klang...
